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Die Umweltnaturwissenschafterin Simone Michel hatte einiges an Anschauungsmaterial
in ihrem Rucksack mitgebracht. (Thomas Galliker)


 
 

Der Wald als vielfältiger Lebensraum

Rückblick Waldexkursion II «Der goldene Herbst» vom 29. Oktober 2011

15 Naturfreunde haben sich an der Hirschenbrücke für den «goldenen Herbst» eingefunden. Die Bäume im Wald sahen tatsächlich golden aus, das Wetter war jedoch während der ganzen Exkursion «nebelsilbrig».

Zuerst führte uns die Umweltnaturwissenschaftlerin Simone Michel von der Rucksackschule Zürich zur Wohnstätte unserer Oberglatter Biber. Wir haben viel Spannendes über den Castor fiber (wissenschaftlicher Name des eurasischen Bibers) erfahren. So sei der Biber kein blendender Mathematiker. Oft komme es vor, dass die Tiere von den Bäumen, die sie fällen, erschlagen werden. Überraschend war auch die Information, dass ein ausgewachsener Biber zwischen 23 und 30 kg wiege! Also mehr als ein Reh! Zudem können sie in Freiheit bis zu 17 Jahre alt werden. (In Gefangenschaft hätte es sogar schon 30-jährige Biber gegeben). Und ganz aussergewöhnlich: Sie können bis zu 15 Minuten tauchen!

Hier noch weitere Informationen, die wir erfahren haben: Biber sind reine Vegetarier; Biber machen keinen Winterschlaf; die Paarungszeit ist zwischen Januar und März; Weiden sind der bevorzugte Nahrungsbaum; Biber sind ca. 120 cm lang (Schwanz ca. 30-40 cm); Biber sehen sehr schlecht (nur schwarz/weiss); Biber sind seit 1956 wieder in der Schweiz heimisch.

Wissen Sie übrigens, warum die Biber ihre gefällten Bäume im Wasser haben wollen? Nein? Sie benutzen das Wasser als Kühlschrank! So haben sie auch im Winter genügend Nahrung.

Das Konfliktpotenzial zwischen Biber und Mensch kam auch zur Sprache. Solche Konflikte entstehen beispielsweise, wenn Biber anfangen, den Wasserpegel durch den Bau von Dämmen zu verändern. Diese Dämme zu entfernen bringe nicht viel, meinte Michel. Die Biber bauten einfach einen neuen. Gute Erfahrungen mache man, wenn man am Grund des Damms einen Wasserdurchfluss grabe. Dann «verständen» die Biber nicht, warum sie den Pegelstand nicht regulieren können. Teilnehmerin Verena Glauser wies darauf hin, dass dieses Vorgehen im Neeracherried erfolgreich angewendet werde.

Vom Biber marschierten wir anschliessend in die Glatt-Altläufe. Dort machte uns Simone Michel auf die unterschiedlichen Stängelformen der Gräser aufmerksam. In nassen Böden hätten die Gräser oft dreieckige Stängel. An Trockenorten kämen praktisch nur Gräser mit runden Stängeln vor. Es gäbe aber auch vierkantige Pflanzen wie z.B. die Brennnessel. Sofort untersuchten wir unterschiedliche Pflanzen auf ihre Stängelform. Tatsächlich, der Brennnesselstiel ist viereckig.

Auch Bäume waren an der Exkursion ein Thema. So verwies Simone Michel bei der Esche auf den Weltenbaum Yggdrasil aus der nordischen Mythologie. An einem morschen Baumstamm wies Simone Michel darauf hin, wie wichtig solches Holz beispielsweise für die Spechte seien. In solchen Stämmen lebten viele Insekten, die als Nahrung für die Spechte dienten. Beim Weiterlaufen achteten wir nun aufmerksam auf Spechthöhlen. Wir waren aber nicht sehr erfolgreich. Dafür entdeckten wir – mit Unterstützung von Simone Michel – auch Wildwechsel und Amphibienkorridore.

Bei einem Nussbaum zeigte uns Simone Michel ihre Sammlung einheimischer Nusssorten. Diese hatten Namen wie Bötzberg, Jucker oder Sax 1. Sie verwies speziell auf die Rote Gublernuss. Die Frucht bzw. das Häutchen der Frucht sei völlig rot. Ein (vorwitziger) Teilnehmer meinte, sie könne uns das schon sagen. Er glaube dies jedoch erst, wenn er dies mit eigenen Augen sähe. Prompt öffnete Michel die Nuss und präsentierte den roten Inhalt J. Es gebe in der Schweiz zirka 120 Nussorten. Diese Aussage rief ungläubiges Staunen hervor.

Anschliessend marschierten wir – mit etwas Rückstand auf unsere Zeittabelle – an unseren Ausgangspunkt zurück. Um zirka 11.15 Uhr trafen wir wieder an der Hirschenbrücke ein. Daniel Oswald bedankte sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern fürs Kommen und bei Simone Michel für die fachkundige Leitung. Zum Dank erhielt sie noch ein Glas echten Oberglatter Honig. (Text und Bilder: Thomas Galliker)

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